Ausstellung in Essen: Stiftung Zollverein

bau1haus. Die Moderne von Essen bis Asmara

Bauhaus in Essen

Zeiten & Preise

  • 10.05.–02.08.2026
  • Do und Fr 14:00–20:00 Uhr, Sa, So und an Feiertagen 12:00–18:00 Uhr  

 

  • Pay what you want3 / 5 €
        

Ort und Kontakt

Mischanlage

Bunkerebene

UNESCO-Welterbe Zollverein, Essen

Orientierungsplan Zollverein

Anreise mit dem Auto

Parkplatz C und Parkdeck Zollverein (kostenpflichtig), Zufahrt ĂĽber Arendahls Wiese

Google Maps

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

StraĂźenbahn 107 (Haltestelle: Zollverein), Regionalbahn RB 32 und 35 (Haltestelle: Zollverein Nord) und Bus 183 (Haltestelle: Kokerei Zollverein)

Verkehrsverbund Rhein-Ruhr

Veranstalter

Stiftung Zollverein in Kooperation mit der Kunstsammlung bau1haus und dem Ruhr Museum

Über 1000 Fotografien von Jean Molitor zeigen die globale Architekturmoderne im UNESCO-Welterbe Zollverein. Auf der Bunkerebene der eindrucksvollen Mischanlage verbindet die Präsentation Baugeschichte, kulturelles Erbe und interaktive Vermittlungsformate zu einem internationalen Ausstellungserlebnis.

 

Seit 2009 dokumentiert der Berliner Fotograf Jean Molitor die globale Architekturmoderne auf allen Kontinenten – von NRW über Europa, Amerika und Indien bis nach Asmara in Eritrea. Seine präzise Bildsprache verbindet dokumentarische Genauigkeit mit künstlerischem Anspruch und macht bedrohte Bauwerke sichtbar. Seit 2016 wird Jean Molitors Arbeit durch Dr. Kaija Voss fachlich begleitet; für die Präsentation auf Zollverein hat die Architekturhistorikerin ebenfalls die wissenschaftliche Begleitung übernommen.

Parallel zur Ausstellung findet ein umfassendes Rahmenprogramm statt, das neben öffentlichen Führungen und Angeboten mit dem Fotografen Jean Molitor und der Architekturhistorikerin Dr. Kaija Voss auch einen interaktiven BauRaum beinhaltet, der Besucher:innen zum Mitgestalten und zum Austausch einlädt. Weitere Informationen hierzu und die genauen Termine folgen in Kürze.

Jean Molitor, geboren 1960 in Berlin, studierte kĂĽnstlerische Fotografie an der Leipziger Hochschule fĂĽr Grafik bei Arno Fischer. Seit 1994 ist er freischaffender Fotograf fĂĽr Magazine, Zeitungen und Industrie. 2009 startete er sein Projekt bau1haus, fĂĽr das er durch Afrika, Nord- und SĂĽdamerika, Europa und den Nahen Osten reiste.

Kaija Voss, geboren 1965 in Berlin, studierte Architektur in Weimar, promovierte 1998 in Hannover und arbeitete anschließend u.a. an der Technischen Universität Dresden, für die Süddeutsche Zeitung und an der AMD Akademie Mode & Design der Hochschule Fresenius München. Sie veröffentlichte zahlreiche Beiträge zu Themen der Bau- und Kunstgeschichte und verfasste u.a. die Texte zu den Publikationen des bau1haus-Projekts von Jean Molitor.

Begleitend zur Ausstellung auf Zollverein erscheint am 2. Juni 2026 der Katalog „Bauhaus in Nordrhein-Westfalen – Eine fotografische Reise durch die Klassische Moderne“ im BeBra Verlag Berlin.

Fotografien des Berliner Fotografen Jean Molitor

Die Ausstellung „bau1haus – die Moderne von Essen bis Asmara!“ zeigt erstmals über 1.000 Fotografien aus der Kunstsammlung bau1haus des Berliner Fotografen Jean Molitor – in der Mischanlage der Kokerei Zollverein. Präsentiert werden Bauwerke der klassischen Architekturmoderne aus Deutschland und der Welt, von ihren Anfängen zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis zu ihren internationalen Ausprägungen.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist das UNESCO-Welterbe Zollverein selbst – eine Ikone der Industriearchitektur und der Moderne. Von hier aus spannt sie einen geografischen und historischen Bogen: von Nordrhein-Westfalen über weitere Regionen Deutschlands in die Schweiz, nach Indien, Brasilien und in die USA bis nach Asmara in Eritrea, einem der bedeutendsten Zentren afrikanischer Moderne und seit 2017 ebenfalls UNESCO-Welterbe.

In der Mischanlage der Kokerei Zollverein wird die Ausstellung räumlich differenziert inszeniert. Großformatige Fotografien stehen neben punktuellen, lichtbetonten Präsentationen. Kurze Textblöcke vermitteln Hintergründe zu Entstehung, Vernetzung und Bedeutung der gezeigten Bauten. So verbindet die Ausstellung visuelle Erfahrung mit Wissensvermittlung.

Moderne als gefährdetes kulturelles Erbe
Gezeigt werden sowohl bekannte Schlüsselwerke der Moderne als auch zahlreiche weniger bekannte, teils vom Verschwinden bedrohte Bauten: Kinos, Wohnhäuser, Villen, Tankstellen und Sonderbauten. Der Fokus liegt auf der Vielfalt moderner Architektur jenseits eines engen Bauhausbegriffs. Neben Werken von Bauhaus-Architekten wie Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe – dessen Bauten in Krefeld einen wichtigen regionalen Bezugspunkt bilden – werden internationale Positionen der Moderne sichtbar, darunter Arbeiten von Le Corbusier sowie Bauwerke in Tel Aviv und Asmara.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Moderne in Nordrhein-Westfalen, insbesondere in der Zeit der Weimarer Republik. Von hier aus öffnet sich der Blick auf die nationalen und internationalen Netzwerke dieser Epoche. Die Ausstellung versteht die Moderne als globales Phänomen, das sich lange vor der digitalen Vernetzung über Kontinente hinweg verbreitete und Antworten auf gesellschaftliche, technologische und urbane Herausforderungen formulierte. Zentral ist dabei der Blick auf die Moderne als gefährdetes kulturelles Erbe. Viele der gezeigten Bauwerke sind bereits verändert, bedroht oder verschwunden. Die Fotografie übernimmt hier eine dokumentarische Funktion: Sie bewahrt das Sichtbare und fungiert als „zweite Existenz“ der Architektur. So ist “bau1haus – die Moderne von Essen bis Asmara!” nicht nur ästhetische Präsentation, sondern auch Beitrag zur Archivierung und zum kulturellen Gedächtnis. Auf dem afrikanischen Kontinent tritt die Moderne vielfach als koloniales Erbe in Erscheinung. Seit seinen ersten Aufnahmen 2009 in Bujumbura (Burundi) arbeitet Jean Molitor eng mit lokalen Architekt:innen zusammen, um das Bewusstsein für diesen Teil der Baugeschichte zu stärken.

Begleitprogramm als Erlebnis

Das Begleitprogramm zur Ausstellung eröffnet vielfältige Möglichkeiten, Architektur und kreatives Arbeiten aktiv zu erleben. Unterschiedliche Formate laden Besucher:innen aller Altersgruppen dazu ein, selbst gestalterisch tätig zu werden, neue Perspektiven kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ein Bestandteil des Programms ist der BauRaum in der Ausstellung, in dem mit unterschiedlichen Materialien eigene Häuser entworfen werden können – offen, experimentell und ohne Vorkenntnisse. Ergänzend finden regelmäßige Illustrationsworkshops unter dem Titel „Einfach Häuser malen“ statt, die einen niedrigschwelligen Einstieg ins Zeichnen von Architektur bieten. Für Familien werden Workshops zum Häuserbauen mit Holz angeboten, bei denen gemeinsames Planen und handwerkliches Arbeiten im Mittelpunkt stehen.

Jeden Samstag um 14:30 Uhr werden offene Führungen durch die Ausstellung angeboten. Besondere Termine mit dem Fotografen der Ausstellung sowie mit der Architekturhistorikerin Dr. Kaija Voss und eine Buchvorstellung mit ihr ergänzen das Programm.

Fotograf Jean Molitor

Der Berliner Fotograf Jean Molitor verfolgt seit 2009 mit dem Projekt bau1haus die Spuren der Architekturmoderne auf allen Kontinenten. Seine Fotografien zeichnen sich durch eine präzise, klare und zeitlose Bildsprache aus und stehen in der Tradition der großen fotografischen Dokumentation. In Deutschland knüpfen sie insbesondere an die Arbeiten von Hilla und Bernd Becher sowie an die von ihnen geprägte Düsseldorfer Fotoschule an.

Gleichzeitig ist Molitors Arbeit geprägt durch seine Ausbildung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, wo er bei Prof. Arno Fischer studierte. Seine fotografische Haltung verbindet damit die konzeptuelle Strenge der rheinischen Fotografie mit der sozial reflektierten Bildauffassung der Leipziger Schule. Aus diesem Spannungsfeld entsteht ein sachliches, zugleich jedoch zutiefst menschliches Bild der Architekturmoderne.

Ein besonderer Fokus seiner Arbeit liegt auf dem afrikanischen Kontinent, wo die Moderne häufig als koloniales Erbe sichtbar wird. Seit seinen ersten Aufnahmen in Bujumbura (Burundi) arbeitet Molitor eng mit lokalen Architektinnen und Architekten zusammen. In Asmara ist seine fotografische Arbeit Teil eines breiteren Diskurses über Erinnerungskultur, Verantwortung und den Umgang mit historischer Bausubstanz.

Das Projekt bau1haus ist zugleich Kunstprojekt und wissenschaftliche Recherche. Es ist frei finanziert, im Aufbau begriffen und langfristig als „work in progress“ angelegt. Die Sammlung ist in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt worden und wird kontinuierlich erweitert.

Architekturhistorikerin Dr. Kaija Voss

Seit 2016 wird das Projekt fachlich von Dr. Kaija Voss begleitet. Nach ihrem Architekturstudium in Weimar und ihrer anschließenden Promotion in Hannover arbeitete die Architekturhistorikerin u.a. an der Technischen Universität Dresden, für die Süddeutsche Zeitung und an der AMD Akademie Mode & Design der Hochschule Fresenius München.

Dr. Kaija Voss veröffentlichte zahlreiche Beiträge zu Themen der Bau- und Kunstgeschichte und verfasste u.a. die Texte zu den verschiedenen Publikationen des bau1haus-Projekts. Auch für die Ausstellung auf Zollverein hat die Architekturhistorikerin die wissenschaftliche Begleitung übernommen.

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